"Hotel California" zum Finale

Freitag, 10. Dezember 2010

„Hotel California“ zum Finale

Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch
So improvisiert die Geschichte 1979 im Foyer der Stadtbibliothek angefangen hat, so gut organisiert ist die Session seit dem Umzug in die Stadthalle. Selbst Improvisationen gehören zum festen Programm, wenn Tobias Götzmann, Gitarrenlehrer an der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT), aber auch Mitglied in verschiedenen Bands der Stadt, den Session-Teil am zweiten Weihnachtsfeiertag einläutet.
Improvisiert wird nicht mehr, wenn Musiker ausfallen wie dieses Jahr Martin Johnson mit seiner Band. Thomas Schlüter, Brigitte und Joachim Pflieger haben als Organisatoren sofort Ersatz gefunden: Die Party-Band „Super Bleifrei“, die 2009 ihren ersten Auftritt bei der Session feierte, soll sogar den Abschluss des Programms machen. Bevor, so haben sich die Bands beim traditionellen Vortreffen im Landgasthof Grüner Baum von Ehningen-Mauren entschieden, alle zusammen auf der Bühne „Hotel California“ anstimmen.
Grundprinzipien bleiben unverändert
Die Grundprinzipien der Session, die ein paar Leute, darunter Thomas Schlüter, Brigitte und Joachim Pflieger, 1979 als Experiment aus der Taufe gehoben haben, bleiben unverändert. Für die Bands gibt es keine Gage, weil der Erlös des Abends (letztes Jahr waren es 4500 Euro) an die Thamar-Beratungsstelle und die Aktion Nachbarn in Not gespendet wird. Dafür gibt es jede Menge Arbeit. Die Musiker verpflichten sich, beim Einrichten und beim Abbau der Ton- und Lichtanlage mitzuhelfen. Konkurrenzdenken gilt an diesem Abend nicht: Schlagzeug, Bass-Anlage oder E-Piano dürfen bei der Session alle benutzen.

Es ist jedes Mal erstaunlich, wie bereitwillig die Musiker solche Verpflichtungen übernehmen“, sagt Thomas Schlüter, im Hauptberuf Hausmeister der SMTT, aber auch seit der ersten Ausgabe 1979 mit seinem E-Bass auf der Bühne dabei. Das gilt 2010 für die Newcomer von Rimshot oder auch für die junge SMTT-Girlband Four Twins, die zuletzt beim SMTT-Jubiläumsfest im Sommerhofenpark aufgetreten war.
Treffpunkt für Macher
Die Session war damals, 1979, noch ein Solitär in der Region, als um die Weihnachtszeit die Veranstaltungen im Kreis an einer Hand abzuzählen und Musikertreffen noch die große Ausnahme waren. Jetzt freuen sich die Organisatoren, dass 2010 auch die Macher der übers ganze Jahr verteilten Sessions im Alten Amtsgericht Böblingen, im Böblinger Power Tower oder sogar vom Schwarzen Schaf in Ottenbronn in Sindelfingen vertreten sind. „Das ist genial“, sagt Thomas Schlüter.
Alle Bands an einem Tisch
Neu bei der 32. Ausgabe ist zudem, dass sich alle Bands an einem gemeinsamen Tisch im Foyer der Stadthalle präsentieren und ihre CD's verkaufen. So gibt es am zweiten Weihnachtsfeiertag also Frisches für die Ohren von Rimshot, der Point of View-Sessionband um die Organisatoren Joachim Jokes Pflieger und Thomas Schlüter, The Cube, den Four Twins, Super Bleifrei, Souled Out, Steffi Vonier oder Jens Waschy Syllwasschy.
An die Tradition der Klassentreffen wollen die Organisatoren der Weihnachtssession auch 2010 anknüpfen. Erneut gibt es Freikarten für die Abiturjahrgänge 2010 und 2011 aller Sindelfinger und Böblinger Gymnasien. Bis zum 20. Dezember sollen sich die Betroffenen unter www.weihnachtssession.de/contact registrieren. Dazu muss unbedingt der Name, die Schule und der Abitursjahrgang angegeben werden. Nach der Überprüfung wird die Karte an der Abendkasse zurückgelegt, zum Abholen muss ein Ausweis vorgelegt werden. Auf der Webseite www.weihnachtssession.de dürfen sich Musiker noch für den Session-Teil zum Beginn anmelden. Im Internet gibt es zudem jede Menge Informationen, Fotos, Artikel und Musiklinks zur Geschichte der Session.
Tobias Götzmann (zweiter von links) gibt auf der Gitarre den Ton vor für den Session-Teil am 26. Dezember in der Sindelfinger Stadthalle. Zum Auftakt darf jeder Musiker mitspielen, danach kommen die festen Bands auf die Bühne. Bild: Stampe/A