Ein musikalisches Feuerwerk mit Überraschungen

Dienstag, 28. Dezember 2010

Ein musikalisches Feuerwerk mit Überraschungen
32. Sindelfinger Weihnachtssession lockt rund 900 Menschen in die Stadthalle – Auch junge Musiker treten bei der Traditionsveranstaltung auf

Zum 32. Mal lockte am Sonntag die
Sindelfinger Weihnachtssession mit
abwechslungsreichem Programm und einer
bunten musikalischen Mischung vom
Festtagsbraten weg in die Stadthalle.
Von Thorsten Glotzmann
SINDELFINGEN. Die Jamsession sorgte dabei
einmal mehr für den Auftakt des Abends.
Vor rund 900 Zuschauern tummelten sich im
Laufe des Sonntagabends zahlreiche Musiker
auf der Bühne, darunter die junge
Böblinger Punkrockband „ Rimshot“ , die mit
eigens komponierten Songs überzeugte, sowie
die Rockmusiker von „ Cucumber“ , „ The
Cube“ und „Super Bleifrei“ .
Eine Stunde vor Beginn der Sindelfinger
Weihnachtssession herrscht hinter den Kulissen
großes Durcheinander. Tobias Götzmann,
der musikalische Leiter der Jamsession,
bittet die munter plaudernden Musiker
um Ruhe und tippt mit dem schwarzen
Stift auf den Sessionplan. Wer spielt mit
wem bei welchem Song? Da ist eine Menge
Spontaneität gefragt. Und das schon bei den
Vorbereitungen. „ Okay, wir spielen Sunny in
C-Moll. Ist hier vielleicht ein Keyboarder,
der noch nicht eingeteilt ist?“ , ruft der
49-Jährige in die Runde.
Helmut Aatz, auch „ Spezi“ genannt, hat
sich wieder einmal als Sänger und Bassist in
die Liste eintragen lassen. Der 67-Jährige ist
schon seit vielen Jahren regelmäßig mit von
der Partie und möchte im Laufe der Session
Santanas „ Evil Ways“ und den afrikanischen
Song „ Ai´e“ zum Besten geben. Das
letzte Stück kennen die meisten nicht. Also
wird es spontan angestimmt. „Hat jemand
gerade ne Akku-Klampfe da?“ , fragt Tobias
Götzmann, um die ratlosen Musiker mit den
drei Akkorden des Stücks vertraut zu
machen. „A-Moll, D-Moll sieben, E-Moll
sieben, fertig. Den Groove müssen die Leute,
die auf der Bühne stehen, selbst ausmachen“
, sagt der Gitarrist aus Holzgerlingen,
der die musikalische Organisation der Jamsession
auch in diesem Jahr in die Hand genommen
hat. „ Es ist spannend zu sehen,
welche Konstellationen sich ergeben. Meistens
haut es doch irgendwie hin, auch wenn
es anfangs drunter und drüber geht“ , so
Götzmann, der im Vorfeld Anmeldungen
und Songvorschläge entgegengenommen
und ein paar Notenblätter vorbereitet hat,
die er nun in aller Schnelle unter den Musikern
verteilt.
„Unter den Anmeldungen gab es einige
Überraschungen“ , meint Thomas Schlüter,
der die Weihnachtssession gemeinsam mit
Joachim Pflieger organisiert hat. „ Piero
Osenstetter von „ Cucumber“ zum Beispiel
hat gleich seine ganze Familie mitgebracht“ ,
erzählt Schlüter schmunzelnd. Der Frontmann
der Hard-Rock-Band „ Cucumber“
nutzt die Gelegenheit, um gemeinsam mit
seinen drei Söhnen Giacomo, Merlin und
Tarek aufzutreten. Zum Auftakt der Session
präsentiert die Familie Osenstetter das träumerisch-
melodiöse Stück „ Somewhere Over
The Rainbow“ und die kratzige Rockballade
„What’s going on“ , unterstützt von der Girlband
„FouR TwinS“ , die an diesem Abend
zum ersten Mal vor großem Publikum auftritt.
„ Wir sind deswegen ganz schön aufgeregt“
, geben Larissa (15) und Svenja Kreczmarsky
(18) zu. Die beiden Schwestern aus
Magstadt bilden gemeinsam mit den Sindelfingerinnen
Robyn Harell (15) und Camina
Fick (17) ein jugendlich-frisches Gesangsquartett,
das moderne Popsongs wie „ Ain’t
no other man“ von Christina Aguilera und
Kulthits wie „Wannabe“ von den Spice Girls
einstudiert hat. „ Wir vier sind bei der gleichen
Gesangslehrerin und haben uns im
Rahmen eines Band-Workshops an der Sindelfinger
Musikschule kennengelernt“ , erzählen
Larissa und Svenja Kreczmarsky.
Organisator Thomas Schlüter: „Die
aktuelle Session ist immer die beste“
Klaus Kreczmarsky, der Papa der beiden
talentierten Nachwuchssängerinnen, steht
bei der 32. Sindelfinger Weihnachtsjamsession
ebenfalls auf der Bühne. Der Musiker
mischt als Saxofonist bei der „Point Of View
Session Band“ mit, die unter Leitung des
Organisatoren und Keyboarders Joachim
Pflieger ein kleines musikalisches Feuerwerk
abbrennt: „Fever“ , „Street Life“ , „ Billy
Jean“ und „ Lady Marmelade“ – die
stimmgewaltigen Sängerinnen Claudia
Klatt und Steffi Vonier interpretieren altbekannte
Lieder auf schwungvolle Art und
Weise und bringen das gut gelaunte Publikum
zum Tanzen.
Zum Schluss verabschieden sich die „ Allstars“
des Abends mit dem Klassiker „Hotel
California“ . „ Ein tolles Konzert. Die aktuelle
Session ist natürlich immer die beste“ ,
sagt Thomas Schlüter, der mit so hohen Besucherzahlen
gar nicht gerechnet hat. „ Wir
haben doch wieder an der Tausendergrenze
gekratzt“ , erzählt der 54-Jährige. Die
Weihnachtssession ist und bleibt für viele
ein optimaler Treffpunkt: „Man kommt
hierher und trifft alte Bekannte, die man
lange nicht gesehen hat. Und die meisten
kommen im nächsten Jahr wieder.“